Diese verdammten Mehrkosten:
Wie Ihr euch auf das Unvermeidliche vorbereiten könnt
Wenn Ihr ein Bauprojekt plant, kommt Ihr um ein Thema nicht herum: Mehrkosten. Ein Bauvorhaben ohne Mehrkosten? Das ist so wahrscheinlich wie ein Einhorn im Garten. Egal, ob sie unbedeutend gering oder unerwartet hoch ausfallen, Mehrkosten sind fast immer Teil des Spiels. Damit ihr Euch nicht von ihnen überraschen lasst, werde ich Euch in diesem Beitrag erklären, was genau es mit diesen zusätzlichen Kosten auf sich hat und wie Ihr Euch bestmöglich darauf vorbereiten könnt.
Mehrkosten – Eine unvermeidliche Realität
Schauen wir uns mal gemeinsam an, warum Mehrkosten entstehen. Mehrkosten lassen sich zunächst einmal in zwei Hauptkategorien einteilen: Mehrkosten, auf die Ihr keinen Einfluss habt und welche, die Ihr beeinflussen könnt.
Unvermeidbare Mehrkosten
Baupreisindex und konjunkturbedingte Preissteigerungen
Bauen wird immer teurer – das ist leider eine Tatsache. Der vom Statistischen Bundesamt ermittelte Baupreisindex zeigt die Entwicklung der Baupreise bezogen auf ein bestimmtes Basisjahr. Zwischen August 2021 und Februar 2024 sind die Baukosten beispielsweise um rund 27 Prozent gestiegen. Diese Preissteigerungen sind unter anderem auf konjunkturelle Faktoren wie Material- und Lohnerhöhungen und die weltweite Wirtschaftslage zurückzuführen und sollten bei der Planung immer berücksichtigt werden.
Politische Beschlüsse und Ereignisse
Manchmal können auch politische Entscheidungen oder unvorhersehbare Ereignisse zu Mehrkosten führen. Angenommen, eine neue Vorschrift verlangt plötzlich die Verwendung teurerer, ökologischer Baumaterialien. Solche Änderungen können tief in die Planung eingreifen und zu erheblichen Mehrkosten führen. Oder Fördermittel fallen plötzlich weg. Andersherum können sich politische Beschlüsse natürlich auch positiv auswirken.
Höhere Gewalt
Unvorhersehbare Ereignisse wie extreme Wetterlagen oder auch globale Krisen wie die Corona-Pandemie oder Kriege können das Bauprojekt empfindlich stören. Diese „höhere Gewalt“ ist nicht beeinflussbar, kann aber den Bau verzögern und damit die Kosten in die Höhe treiben.
Auslastung und Fachkräftemangel
Wenn viel gebaut und renoviert wird, sind die Handwerksbetriebe oft ausgelastet. Geben dann nur wenige Firmen Angebote ab, steigen die Preise. Bei großen Gewerken kann das schnell mehrere tausende bis zehntausende Euro ausmachen. Außerdem haben Handwerksbetriebe mit Fachkräfte- und Nachwuchsmangel zu kämpfen.
Insolvenzen von Handwerksunternehmen
Auch eine Insolvenz während der Bauphase kann die Bauherrschaft teuer zu stehen kommen. Es muss ein neues Unternehmen gefunden werden, das in der Regel teurer ist und zusätzliche Einarbeitungszeit benötigt
Beeinflussbare Mehrkosten
Unentschlossenheit und Meinungsänderungen
Eure Entscheidungen haben großen Einfluss auf die Baukosten und Unentschlossenheit kann Euch teuer zu stehen kommen. Änderungen während der Bauphase, wie das Versetzen einer Wand oder der Einbau eines zusätzlichen Fensters, können erhebliche Mehrkosten verursachen. Je früher man sich über seine Wünsche und Anforderungen im Klaren ist, desto besser kann man die Kosten im Griff behalten und Störungen im Bauablauf vermeiden.
Qualitätserhöhungen
Viele Bauherr*innen möchten im Laufe des Projekts doch lieber hochwertigere Materialien oder zusätzliche Ausstattungen. Besonders in der Bemusterungsphase von Böden, Fliesen, Haustüren und weiteren Bauteilen klopft das Herz schnell höher. Diese Entscheidungen sollten jedoch gut überlegt sein, da sie das Budget schnell sprengen können. Besser noch: von Anfang an einplanen. Denn wer billig kauft, kauft zweimal. Und Ihr wollt ein wertiges Gebäude schaffen!
Mangelnde Kostenkontrolle
Es ist wichtig, immer den Überblick über die Gesamtkosten zu behalten. Am besten erstellt Ihr eine detaillierte Kostenaufstellung, um auch Nebenkosten wie Versicherungen und neue Möbel im Auge zu behalten. Wenn ich auch für Euch die Objektüberwachung also Bauleitung übernehme, unterstütze ich Euch dabei.
Zu enger Zeitplan
Auch ein zu enger Zeitplan kann zu Mehrkosten führen. Wenn Gewerke aufgrund von Lieferzeiten und Verfügbarkeiten nicht im Zeitplan arbeiten können oder das Wetter nicht mitspielt, kommt es zu Verzögerungen, die zusätzliche Mietkosten für die alte Wohnung nach sich ziehen können. Ein realistischer Zeitplan mit eingebauten Puffern sorgt dafür, dass Ihr entspannt in Euer neues Zuhause einziehen könnt.
Fazit: Klug planen, flexibel bleiben
Bauen ohne Mehrkosten ist ein Wunschtraum, aber man kann einiges tun, um die Kosten im Rahmen zu halten. Plant von Anfang an einen Puffer für Unvorhergesehenes ein. Ein guter Richtwert sind 5 bis 10 Prozent der Baukosten. Bei Sanierungen und Umbauten empfehle ich, diesen Puffer noch höher anzusetzen. Und nicht vergessen: Die Kostenschätzung erfolgt zum Zeitpunkt der Planung und zwischen der Kostenberechnung und den tatsächlichen Angeboten können einige Monate liegen. Preissteigerungen sind daher nie ganz auszuschließen und sollten bereits in der Kostenschätzung bzw. -berechnung berücksichtigt werden. Mit der richtigen Vorbereitung und einem kühlen Kopf lässt sich das Traumhaus dennoch verwirklichen.
Wenn Ihr ein Bauvorhaben plant, sei es ein Neubau, ein Umbau oder eine Sanierung, bin ich die richtige Expertin für Euch. Mit meiner Erfahrung und meinem Netzwerk führe ich Euch sicher durch das Dickicht von Bauvorschriften, Planungshürden und Kostenschwankungen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass Ihr Eurem Traumhaus Schritt für Schritt näher kommt – ohne böse Überraschungen.
Blogbeitrag zum Hören
Dieser Blogbeitrag basiert auf meiner Podcast-Episode „4 – Diese verdammten Mehrkosten“ von Kittybob Bauinfotainment. Meinen informativen und unterhaltsamen Fachpodcast gibt es überall dort, wo es Podcasts gibt.
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